Laptop mit Such- und Shop-Performance-Dashboard für AI-Max-Suchkampagnen im Onlineshop

AI Max für Suchkampagnen im Onlineshop: Kontrolle über Suchanfragen, Landingpages und Messung

AI Max für Suchkampagnen erweitert die bekannte Search-Logik. Für Onlineshops ist das interessant, weil Google zusätzliche relevante Suchanfragen, Anzeigentexte und Landingpage-Signale nutzen kann. Der sinnvolle Einstieg ist aber nicht „mehr Automatisierung“. Der sinnvolle Einstieg ist Kontrolle: Welche Nachfrage kommt neu dazu, wohin wird sie geführt und rechnet sie sich?

Die eigentliche Frage ist nicht „AI Max an oder aus?“

Bei AI Max für Suchkampagnen geht es nicht darum, ob Google mit KI mehr Reichweite finden kann. Das kann die Funktion. Entscheidend ist etwas anderes: Kann ich danach noch nachvollziehen, welche zusätzliche Nachfrage hereinkommt, auf welchen Seiten sie landet und ob sie für den Shop wirtschaftlich ist?

Genau an dieser Stelle werden viele Konten unnötig unruhig. AI Max erweitert die Suchkampagne nicht nur über bekannte Keywords. Google beschreibt die Funktion als Kombination aus Search-Term-Matching und Asset-Optimierung. Damit können zusätzliche passende Suchanfragen sowie dynamisch erzeugte Anzeigentexte und Landingpages ins Spiel kommen. Für einen Onlineshop ist das kein Argument für blindes Aktivieren, sondern für einen sauberen Kontrollrahmen.

Warum die anstehenden Änderungen ein Anlass für eine Bestandsaufnahme sind

Google ordnet die automatischen Änderungen zeitlich getrennt ein: Seit September 2026 betreffen automatische Upgrades automatisch erstellte Assets (ACA) und die kampagnenweite Broad-Match-Einstellung. Dynamic Search Ads (DSA) sollen laut aktueller Google-Ads-Hilfe erst ab Februar 2027 automatisch auf AI Max umgestellt werden. Wer noch DSA-Kampagnen im Konto hat, sollte die bisherige Steuerung trotzdem jetzt festhalten – nicht erst kurz vor der geplanten Umstellung.

Ich würde vor allem drei Dinge festhalten: Welche URLs und Produktgruppen waren bisher relevant? Welche Ausschlüsse und negativen Keywords schützen die Kampagne? Und nach welchen Kennzahlen wurde entschieden, ob eine Suchanfrage oder Zielseite gut genug ist? Das ist keine Bürokratie. Es ist die Vergleichsbasis, ohne die später jede Veränderung wie ein Bauchgefühl wirkt.

Suchanfragen: Erweiterung braucht einen klaren Prüfpunkt

AI Max kann laut Google Keyword-Signale mit Broad-Match- und keywordlosen Technologien ergänzen. Dadurch können Suchanfragen entstehen, die ein reines Keyword-Set nicht erreicht hätte. Für einen Shop kann das sinnvoll sein, wenn die zusätzlichen Anfragen tatsächlich zu kaufbereiten Nutzern und passenden Sortimenten führen.

Die Kontrolle beginnt nicht mit einer langen Liste neuer Ausschlüsse. Sie beginnt mit einer Frage: Welche Anfragen dürfen auf keinen Fall als Erfolg zählen? Informationssuche ohne Kaufbezug, unpassende Einsatzbereiche, Produktarten außerhalb des Sortiments oder Preissegmente, die der Shop bewusst nicht bedienen will, gehören vorher auf den Tisch. Danach lässt sich der Suchanfragenbericht viel klarer lesen.

Google bietet für AI Max eigene Auswertungsmöglichkeiten. Im Suchbegriffsbericht lässt sich die Spalte „Source“ ergänzen und nach dem Match Type „AI Max“ filtern. Die Ansicht „Search terms and ad combinations“ verbindet Suchanfrage, Überschrift und Landingpage; sie hieß zuvor „Search terms and landing pages from AI Max“. Im Keyword-Bericht zeigen die Summenzeilen „AI Max expanded matches“ und „AI Max landing page matches“, woher die Erweiterung kommt. Wichtig: Der AI-Max-Filter im Suchbegriffsbericht berücksichtigt „Other search terms“ nicht. Seine Summe ist deshalb keine vollständige Abrechnung des AI-Max-Traffics. Die Google-Hilfe zum AI-Max-Reporting erklärt die Ansichten und ihre Grenzen.

Landingpages: Mehr Auswahl ist nicht automatisch besser

Wenn Landingpage-Signale Teil der Erweiterung werden, bekommen Produkt- und Kategorieseiten eine zusätzliche Aufgabe. Sie müssen nicht nur technisch erreichbar sein. Sie müssen verständlich machen, was der Shop verkauft, für wen ein Produkt passt und wo die Kaufentscheidung weitergeht.

Ich würde deshalb keinen AI-Max-Test auf einen Shop loslassen, dessen wichtige Seiten uneinheitlich sind: Ausverkaufte Produkte, sehr ähnliche Varianten ohne klare Unterscheidung, dünne Kategorien oder Ratgeberseiten ohne passenden nächsten Schritt können die Relevanz verwässern. Ein guter Test braucht nicht den kompletten Relaunch, aber die beteiligten URLs sollten bewusst ausgewählt sein.

Diese Kontrolle lässt sich im Konto konkret umsetzen: Die finale URL-Erweiterung kann eine andere passende Seite derselben Domain als die hinterlegte Anzeigen-URL auswählen. Sie lässt sich in den Kampagneneinstellungen separat deaktivieren; URL-Ausschlüsse gelten auf Kampagnenebene. Das Suchanfragen-Matching lässt sich dagegen auf Anzeigengruppenebene abschalten. URL-Einschlüsse werden ebenfalls auf Anzeigengruppenebene gepflegt, sind aber nicht mit einem kampagnenweiten Ausschluss aller anderen Seiten gleichzusetzen. Im Landingpage-Bericht zeigt „Selected by“, ob AI Max die Zielseite ausgewählt hat. Vor dem Test gehören deshalb die aktivierten Einstellungen und Ausschlüsse ins Testprotokoll – nicht nur eine Liste guter Shopseiten. Die Google-Hilfe zur Funktionsweise von AI Max beschreibt die jeweiligen Steuerungsebenen.

Bei stark erklärungsbedürftigen Produkten ist das besonders wichtig. Wer nur auf eine knappe Produktdetailseite führt, obwohl die Suchanfrage eigentlich Orientierung verlangt, produziert schnell Klicks ohne belastbaren Kaufimpuls. Dann liegt das Problem nicht zwingend an AI Max, sondern an der Verbindung aus Anfrage, Anzeige und Zielseite.

Messung und ROAS: Erst den Erfolg definieren, dann Reichweite zulassen

Für einen Onlineshop bleibt der Kauf mit korrekt übergebenem Conversion-Wert normalerweise das zentrale Signal. Mikro-Conversions können helfen, Probleme im Funnel zu erkennen; sie sollten aber nicht stillschweigend an die Stelle von Umsatz oder Wirtschaftlichkeit treten.

Ein Ziel-ROAS ist ebenfalls kein Selbstzweck. Produkte unterscheiden sich bei Marge, Retouren, Versandkosten und Lagerdruck. Diese Werte sollte niemand von außen erfinden. Vor dem Test muss der Shop deshalb selbst festlegen, welche Produktgruppe, welches Budget und welcher wirtschaftliche Rahmen gelten. Der ROAS-Rechner hilft bei der Logik, ersetzt aber keine reale Margenentscheidung.

Praktisch heißt das: Test und Vergleich mit einer klaren Ausgangslage beginnen, Änderungen dokumentieren und nicht gleichzeitig Gebote, Feed, Preise und Landingpages umbauen. Sonst ist später nicht mehr erkennbar, was die Veränderung ausgelöst hat.

Ein pragmatischer Ablauf für den ersten AI-Max-Test

Ich würde AI Max nicht kontoübergreifend einschalten. Nimm eine Suchkampagne mit sauberem Tracking, verständlichen Landingpages und ausreichend relevantem Volumen. Halte fest, welche Produktgruppen enthalten sind, welche Ausschlüsse gelten und was als Erfolg oder Stopp-Signal zählt.

Danach folgt ein begrenzter Testzeitraum mit regelmäßiger Prüfung von Suchanfragen, Landingpages, Conversion-Werten und Kosten. Google stellt dafür auch Experimente bereit. Ob ein Experiment sinnvoll ist, hängt vom Konto ab; wichtig ist der Vergleich mit einer echten Kontrolllogik statt eines Vorher-Nachher-Vergleichs über zwei völlig unterschiedliche Aktionszeiträume.

Erst wenn die zusätzliche Nachfrage nachvollziehbar ist und zum wirtschaftlichen Ziel passt, lohnt sich eine Ausweitung. AI Max ist damit kein Ersatz für Suchkampagnenarbeit. Es ist ein zusätzlicher Hebel, der eine gute Kontostruktur, gute Seiten und saubere Messung voraussetzt.

Was ich nicht tun würde

Nicht alle Search-Kampagnen auf einmal umstellen. Nicht aus einem schönen Google-Report ableiten, dass zusätzlicher Umsatz automatisch profitabel ist. Und nicht jede neue Suchanfrage reflexhaft ausschließen, bevor klar ist, ob sie wirklich unpassend ist.

Ebenso wenig würde ich AI Max mit Performance Max verwechseln. Beide arbeiten mit Google-KI, aber AI Max ist laut Google eine Funktionssammlung für Suchkampagnen. Wer Kampagnen vergleichen will, braucht daher klare Ziele und eine saubere Abgrenzung der Produktgruppen.

Search-Kampagnen vor AI Max sauber prüfen

Wenn die zusätzliche Reichweite wirtschaftlich werden soll, sollten Tracking, Suchanfragen, Landingpages und Produktgruppen vor dem Start zusammenpassen.

Google-Ads-Setup prüfen lassen

Fazit

AI Max kann Suchkampagnen für zusätzliche Nachfrage öffnen. Ob daraus ein guter Hebel wird, entscheidet nicht der Schalter im Konto, sondern die Vorbereitung: klare Suchanfragen- und URL-Logik, verlässliche Kaufmessung und ein wirtschaftlicher Rahmen pro Produktgruppe. Wer diese Punkte vorher definiert, kann die Erweiterung kontrolliert testen statt ihr hinterherzulaufen.

FAQ

Ersetzt AI Max meine Keywords?

Nein. Google beschreibt AI Max als Erweiterung für Suchkampagnen. Keyword-Signale können durch Broad-Match- und keywordlose Technologien ergänzt werden. Eine bestehende Keyword- und Ausschlusslogik bleibt deshalb ein wichtiger Teil der Kontrolle.

Ist AI Max dasselbe wie Performance Max?

Nein. Performance Max ist ein eigener Kampagnentyp über mehrere Google-Kanäle. AI Max ist eine Funktionssammlung für Suchkampagnen.

Was sollte vor einem Test geprüft werden?

Kauf-Tracking und Conversion-Werte, die relevanten Landingpages, Produktgruppen, Budgetrahmen, Ausschlüsse und die Kennzahlen für Erfolg oder Abbruch.

Warum sind Landingpages bei AI Max wichtig?

Google kann Landingpage-Signale für die Erweiterung nutzen. Die beteiligten Seiten sollten deshalb fachlich zum Sortiment passen, aktuell sein und den Kaufweg verständlich fortsetzen.

Weiterführend

Google Ads für Onlineshops richtig starten · ROAS berechnen · Performance Max für Onlineshops optimieren

Quellen und Stand

Stand: 9. Oktober 2026. Die Einordnung beruht auf der aktuellen Google-Ads-Hilfe zu AI Max für Suchkampagnen, Dynamic Search Ads und der Umstellung ab Februar 2027 sowie AI-Max-Experimenten. Googles aktualisierter Upgrade-Ankündigung zufolge gilt der spätere DSA-Termin nicht für ACA und die kampagnenweite Broad-Match-Einstellung: Deren automatische Upgrades beginnen seit September 2026.

Bild von Rolf Schippers
Rolf Schippers

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