Navyfarbener Warenkorb mit ausgewählten Produkten und silbernem Gutschein als Symbol für die Einlösung von Merchant-Center-Angeboten im Checkout

Google-Shopping-Angebote im Merchant Center richtig einrichten

Ein Rabatt im Shop ist noch kein korrekt eingerichtetes Angebot im Merchant Center. Wenn der Preis bereits auf der Produktseite reduziert ist, gehört das in die Produktdaten. Wenn Käufer einen zusätzlichen Vorteil im Warenkorb oder Checkout erhalten, können Merchant-Center-Angebote – bei Google „Promotions“ genannt – der passende Weg sein.

Ich trenne diese beiden Fälle zuerst. Sonst entsteht schnell ein Versprechen, das der Checkout nicht einlöst: Google zeigt einen zusätzlichen Rabatt, der Kunde sieht aber nur den ohnehin reduzierten Preis. Dieser Leitfaden erklärt die Einrichtung für deutsche Onlineshops: von der Berechtigung über die Produktzuordnung bis zur Prüfung nach dem Start.

Sonderangebotspreis oder Promotion: die richtige Zuordnung

sale_price beschreibt den reduzierten Produktpreis. Eine Promotion beschreibt einen zusätzlichen Vorteil, der beim Kauf eingelöst wird. Das kann beispielsweise ein prozentualer Rabatt per Code, ein fester Rabattbetrag oder eine kostenlose Zugabe sein. Die konkreten Bedingungen müssen zur gewählten Angebotsart und zu Googles Richtlinien passen.

  • Der Preis ist auf der Produktseite bereits reduziert: Den aktuellen Preis sauber über die Produktdaten abbilden. Den gleichen Nachlass nicht zusätzlich als Checkout-Promotion versprechen.
  • Ein Code senkt den Preis erst im Checkout: Eine Promotion kann passen, wenn Code, Produkte, Zeitraum und Bedingungen vollständig übereinstimmen.
  • Es gibt eine zusätzliche Gratiszugabe: Die Zugabe und die Voraussetzungen müssen eindeutig beschrieben und beim Kauf bestätigt werden.

Ein ausdrücklich fiktives Beispiel: Eine Tasche kostet auf der Produktseite 80 Euro. Der Code TASCHE10 gibt im Checkout zusätzlich 10 Prozent Rabatt auf diese Tasche. Das ist eine andere Angebotslogik als eine Tasche, die bereits mit dem reduzierten Preis auf der Produktseite steht. Wer beide Fälle vermischt, riskiert eine Ablehnung oder enttäuschte Käufer.

Für die allgemeine Saisonplanung gibt es meinen Beitrag zur Black-Friday-Vorbereitung mit Google Ads. Hier geht es bewusst nicht um Budgets oder Kampagnenumbauten, sondern um die technisch und inhaltlich saubere Promotion.

Voraussetzungen im Merchant Center prüfen

Deutschland gehört laut Google zu den berechtigten Ländern. Nötig sind ein aktives Merchant-Center-Konto, mindestens ein aktives Produkt und eine beanspruchte Website-URL. Für Konten, die mit einem Marktplatz verbunden sind, gelten Einschränkungen; Google nennt dafür eine geschlossene Beta als Ausnahme. Ein normaler eigener Onlineshop und ein Marktplatzkonto sind deshalb nicht gleichzusetzen.

Das Add-on „Angebote“ beziehungsweise „Promotions“ kann bereits aktiviert sein. Falls nicht, führt der dokumentierte Weg über Einstellungen → Add-ons. Dort das Promotions-Add-on hinzufügen. Anschließend erscheint der Bereich unter Marketing → Angebote. Bezeichnungen können je nach Sprache und Kontoansicht abweichen.

Fehlt die Option, würde ich zuerst Kontoberechtigung, Zielland, beanspruchte URL und aktive Produkte prüfen. Die fehlende Schaltfläche ist kein Anlass, eine zweite Datenquelle oder ein neues Konto auf Verdacht anzulegen.

Ein einzelnes Angebot im Angebots-Tool anlegen

Für wenige Aktionen empfiehlt Google das manuelle Angebots-Tool. Größere Mengen lassen sich über eine Angebotsdatenquelle oder die Merchant API verwalten. Für den ersten sauberen Durchlauf ist die manuelle Einrichtung meist übersichtlicher als eine zusätzliche Automatisierung.

  1. Unter Marketing → Angebote ein neues Angebot erstellen. Zielland, Sprache und die gewünschten Ausspielungsziele festlegen.
  2. Die Angebotsart wählen. Prozentualer Rabatt, fester Rabattbetrag oder Zugabe müssen den tatsächlichen Vorteil im Shop beschreiben. Mindestbestellwert und weitere Bedingungen ausdrücklich eintragen.
  3. Titel und Angebots-ID vergeben. Der Titel erklärt den Vorteil samt wesentlichen Einschränkungen. Die ID ist die technische Kennung, nicht der Gutscheincode.
  4. Die berechtigten Produkte auswählen. Nur das zuordnen, worauf die Aktion wirklich anwendbar ist.
  5. Code und Laufzeit eintragen. Der Code muss im Shop funktionieren; Start und Ende müssen zur dortigen Aktion passen.
  6. Speichern und den Prüfstatus verfolgen. Eine gespeicherte Aktion ist noch keine freigegebene oder sichtbar ausgespielte Aktion.

Eine Vorschau im Tool kann die Darstellung nachvollziehbarer machen. Google weist aber auf eingeschränkte Vorschau-Unterstützung hin. Sie ersetzt weder den Checkout-Test noch die Richtlinien- und Produktprüfung und ist keine Zusage für eine bestimmte Darstellung.

Produktzuordnung: „alle Produkte“ bedeutet wirklich alle

Der entscheidende Kontrollpunkt ist die Reichweite des Angebots. all_products passt nur, wenn das Angebot für alle Produkte der betreffenden Produktdatenquelle gilt. Sind einzelne Marken, Kategorien oder Varianten ausgeschlossen, gehört die Aktion nicht unter „alle Produkte“.

Für specific_products beschreibt Google zwei Wege: Produktfilter in den Angebotsdaten oder die Zuordnung über promotion_id in den Produktdaten. Bei der ID-Zuordnung muss die Kennung exakt zur Promotion passen; Groß- und Kleinschreibung sind relevant. Die ID sollte für diese Aktion stabil bleiben und nicht später für eine andere Aktion wiederverwendet werden.

Wer Filter und explizite ID-Zuordnung kombiniert, muss besonders aufpassen: Laut Spezifikation gilt die Promotion dann für Produkte, die beide Auswahlbedingungen erfüllen. Ein Filter und eine ID ergänzen sich nicht automatisch zu einer größeren Auswahl.

Ich würde vor dem Start deshalb drei konkrete Artikel prüfen: einen berechtigten Artikel, einen ausgeschlossenen Artikel und eine Variante aus derselben Produktfamilie. So lässt sich erkennen, ob die Auswahl wirklich das Sortiment trifft, das im Shop beworben wird. Die allgemeine Datenpflege erläutere ich im Beitrag Merchant-Center-Feed optimieren.

Code, Checkout und Bedingungen gemeinsam testen

Die Angebots-ID ordnet Produkte zu. Der Gutscheincode löst den Vorteil im Shop aus. Das sind zwei unterschiedliche Felder. Bei einer Promotion mit allgemeinem Code wird dieser in der Datenquelle über generic_redemption_code angegeben, wenn offer_type auf generic_code steht. Im manuellen Tool werden die passenden Angaben abgefragt.

Teste den vollständigen Bestellpfad mit genau dem Code, der im Merchant Center hinterlegt ist. Der Vorteil muss spätestens beim Kauf klar bestätigt werden. Versteckte Zusatzbedingungen, ein abweichender Mindestbestellwert oder ein bereits eingelöster Rabatt auf der Produktseite passen nicht zu einem zusätzlichen Checkout-Versprechen.

  • Funktioniert der Code für das ausgewählte Produkt und die beworbene Variante?
  • Wird ein Mindestbestellwert genauso berechnet, wie ihn das Angebot beschreibt?
  • Bleiben ausgeschlossene Produkte tatsächlich ausgeschlossen?
  • Sind Rabatt oder Zugabe im Warenkorb beziehungsweise Checkout nachvollziehbar?
  • Sind Bedingungen vor dem Kauf sichtbar, nicht erst nach einer Registrierung?

Für eine eigenständige Gratisversand-Promotion verlangt Google einen gültigen Einlösecode. Für Kombinationen mit einer anderen zulässigen Promotion nennt die Richtlinie Ausnahmen. Kostenloser Versand, der ohnehin regulär angeboten wird, ist nicht automatisch ein zusätzlicher Promotions-Vorteil.

Bei Rabatt-Promotions nennt Google für Deutschland als Mindestvorteil 5 Prozent oder 5 Euro. Prüfe trotzdem die gesamte Angebotsart und ihre Bedingungen; ein passender Mindestbetrag allein macht eine Aktion nicht zulässig.

Laufzeit und Prüfung: Einreichen ist nicht gleich Freigabe

Für Angebotsdaten enthält promotion_effective_dates Start und Ende samt Uhrzeit und Zeitzone, getrennt durch einen Schrägstrich. Beim manuellen Tool richtet sich die Uhrzeit laut Dokumentation nach der Zeitzone des Merchant-Center-Kontos. Gleiche diese Einstellung mit dem Shop ab – gerade bei Aktionen, die um Mitternacht starten oder enden.

Google prüft eine Promotion in zwei Schritten. Die Richtlinienprüfung kontrolliert die formalen und inhaltlichen Anforderungen. Die SKU-Prüfung testet, ob das Angebot für die Produkte tatsächlich funktioniert; sie findet zum wirksamen Startzeitpunkt der Aktion im Shop statt.

Google nennt für den Prüf- und Freigabeprozess typischerweise 12 bis 24 Stunden ab diesem Startzeitpunkt. Das bedeutet ausdrücklich nicht „24 Stunden nach dem Hochladen garantiert live“. Die Aktion muss im Shop funktionieren, und die Prüfung kann eine Korrektur erfordern. Google empfiehlt, Angebote mindestens 24 Stunden vor dem geplanten Start einzureichen; bei einer wichtigen Aktion würde ich zusätzlich Zeit für mögliche Fehlerkorrekturen reservieren.

Wenn die Aktion exakt um Mitternacht beginnt, sollte die Shop-Planung also nicht von einer sofort sichtbaren Angebotskennzeichnung bei Google abhängen. Eine funktionierende Produktseite und ein einlösbarer Vorteil sind die Grundlage. Die zusätzliche Darstellung ist keine garantierte Leistung.

Wenn die Promotion abgelehnt wird

Öffne im Angebotsbereich den konkreten Prüfstatus. Google nennt unter anderem diese Fehler: nicht übereinstimmende Angebots-IDs, einen ungültigen Code, fehlende Rabattumsetzung im Checkout, eine falsche Produktzuordnung oder einen Titel, dessen Bedingungen nicht zum tatsächlichen Angebot passen.

Die Reparatur sollte zur Meldung passen: Bei einer ID-Abweichung die Zuordnung kontrollieren; bei einem Checkout-Fehler den Bestellpfad testen; bei einer angeblich shopweiten Aktion die ausgeschlossenen Produkte prüfen. Nach der Korrektur lässt sich über den Prüfstatus eine erneute Überprüfung anfordern. Nicht einfach dieselbe fehlerhafte Aktion noch einmal anlegen.

Allgemeine Produktablehnungen und Kontoprobleme sind davon zu unterscheiden. Für diese Fälle ist der Leitfaden Merchant-Center-Probleme erkennen und priorisieren die passende Ergänzung.

Nach dem Start die Einlösung kontrollieren, nicht nur Klicks

Prüfe nach dem Start zuerst die Freigabe und einen echten Bestellpfad. Stimmen Code, Produktauswahl und Vorteil weiterhin? Danach lassen sich Impressionen, Klicks und Klickrate aus dem Promotions-Bereich einordnen. Diese Kennzahlen beweisen für sich genommen keinen profitablen Mehrumsatz: Ein höherer Rabatt kann mehr Käufe und gleichzeitig weniger wirtschaftlichen Spielraum bringen.

Für die nächste Aktion reichen oft eine klare Zuständigkeit und eine kurze Dokumentation: Angebots-ID, Code, Produktumfang, Bedingungen, Laufzeit, Prüfstatus und Ergebnis des Checkout-Tests. Das ist hilfreicher als ein zusätzlicher Kampagnenumbau, bevor die eigentliche Angebotslogik funktioniert.

Wenn du die Produktzuordnung und Angebotslogik im Zusammenspiel mit Feed und Shopping-Kampagnen prüfen lassen möchtest, kannst du Kontakt mit mir aufnehmen.

Quellen und Stand

Stand: 13. Oktober 2026. Grundlage sind die vollständig geprüften Google-Hilfeseiten. Dies ist ein Umsetzungsleitfaden für deutsche Onlineshops, keine Ankündigung einer neuen deutschen Promotions-Funktion. Länderabhängige Funktionen und Konto-Betas dürfen nicht als allgemeine Verfügbarkeit verstanden werden.

Bild von Rolf Schippers
Rolf Schippers

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